Offroad fahren leicht gemacht

Hey ihr Offroader,

heute erzähle ich dir alles rund ums Thema Offroad fahren. Ob am Strand, in der Wüste, im Outback, in steinigen Bächen, auf Salzseen oder in richtig matschigen Regionen, die dir das Kinn aus der Falte ziehen. Hier ist heute alles dabei. Bist du schon einmal Offroad gefahren und einfach gnadenlos gescheitert. Mir ist es passiert!

Stell dir vor du hast null Plan vom Offroad fahren und fährst gnadenlos in einen Salzsee hinein und bleibst Instant stecken. Dies ist einem Kollegen auf dem Offroad Trip passiert. Wir sind auch hinein gefahren und hatte einfach nur Glück nicht stecken zu bleiben. Wie du es in den obigen Punkten bestens angehst, erzähle ich dir später.

Nun liste ich dir hier allgemeine Tipps zum Offroad fahren, die ich in den letztens Monaten beim Offroad fahren gelernt habe.

1 Punkt: Ölstand und Co

Das A und O und somit der erste Punkt den du definitiv immer vor Fahrtbeginn überprüfen solltest ist die Kühlflüssigkeit, das Motorenöl, Bremsflüssigkeit. Check es durch und fülle es gegebenenfalls nach falls es nicht voll ist. Ganz wichtig. Stell dir mal vor du füllst es nicht nach und dein Motor geht mitten im Outback hoch, weil du so Blind warst und vergessen hast das Öl zu checken. Natürlich wäre es auch angebracht den Benzintank zu checken. Wäre doch mega attraktiv, wenn man mitten im Outback aufgrund eines leeren Tanks stehen bleibt. Es gibt immer wieder Leute, die es nicht checken und genau wegen solcher Anfänger Fehler stehen bleiben.

2 Punkt: Reifen

Du kannst dir ja vorstellen das man mit halb missbrauchten Reifen nicht fahren sollte. Du kannst es gerne ausprobieren. Ich kann dir aber sagen, dass es mit hundert Prozentiger Sicherheit nicht gut enden wird. Gibt es am Reifen Schäden wie Risse, dann lass es einfach sein und kauf dir neue. Am besten Mud-Tyres. Auch wenn Offroad Reifen teuer sind, so können sie dir später eventuell das Leben retten :). Natürlich sollte man sich fürs Offroad fahren gute reifen mit viel Profil holen um einen größeren Grip zu erhalten. Du kannst natürlich auch mit Straßenreifen versuchen Offroad zu fahren. Leider wirst du dann innerhalb von wenigen Minuten herausfinden, dass dies nicht so gut klappt. Entweder es sind alle Reifen Platt oder du bist halt stecken geblieben, da du zu wenig Grip hattest. Solltest du dir nicht sicher sein, ob die Stelle befahrbar ist, dann gehe sie zu Fuß ab. Mir hat es ziemlich oft den Arsch gerettet. Auch das Lenkrad solltest du nicht wie es viele Anfänger tun krampfartig festhalten. Anfangs hatte ich genau das Problem. Jeder lernt dazu :D.

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Der Reifendruck ist zum Offroad fahren mit eines der wichtigsten Dinge. Welchen Druck du wo benutzten solltest erläutere ich dir jetzt.

Auf normal befestigter Straße 32 bis 38 PSI

  • Sand 14 bis 26 PSI
  • Glatte Gravel Road 32 bis 36 PSI
  • Raue Gravel Road 26 bis 32 PSI
  • Steinige Gravel Straße 22 bis 28 PSI
  • Matschige Straße 22 bis 28 PSI

Ein Reifendruckkompressor und ein Luftdruckmesser sollte also immer dabei sein. Ansonsten bist du mitten im Outback grundsätzlich Fucked. Sollte es jedoch doch mal passieren, dass du stecken bleibst oder ein Reifen platzt, dann solltest du zu mindestens diese Sachen, dabei haben um aus dem Schlamassel wieder raus zu kommen.

Gib immer Acht! Bei vielen Straßen und Tracks überschätzt man sich und fährt zu schnell oder zu langsam oder hält an, was in manchen Fällen fatal enden kann. Sobald die Schlaglöcher zum Vorschein kommen  reduziere das Tempo. Das erspart dir einige Reparaturen. Auf Salzseen solltest du z.B. nicht anhalten, weil es sonst ganz schnell passieren kann das du so tief im Schlamm steckst, sodass du aus diesem Schlamassel nicht mehr raus kommst.

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Dieses Auto retteten wir nach circa 6 Stunden. Mit viel Glück und zwei gerissenen Snatch Straps.

Hier ein Video von Joel Doing Australia dazu.

3 Punkt: Zusatzmaterial zum Offroad fahren.

  • Ersatzkanister für Wasser und Benzin
  • Snatch-Strap
  • Sandflagge
  • Ersatzreifen
  • Schaufel
  • Panzertape
  • Kabelbinder in verschiedenen Sorten
  • LED-Kopfleuchten und Reserve-Batterien
  • Schnorchel (hoch gelegte Luftansaugleitung, für Wasserdurchfahrten)
  • Ersatzkeilriemen
  • Werkzeugkasten

  • Dickes Brett
  • Wagenheber
  • High-Lift-Jack
  • Reifen Repair Kit
  • Schäkel
  • WD 40
  • Axt
  • Tube mit Epoxyharz für Kühlerreparatur
  • Hammer
  • Starterkabel
  • Seilwinde 🙂
  • Sand-Tracks
  • Radkreuz
  • Motoröl
  • X-Jack
  • Draht
  • destilliertes Wasser
  • Kartenapp Hemma(Kostenpunkt 90 Dollar)
  • UHF-Funkgerät
  • Spanngurte, Gummistrapse
  • Ersatzsicherungen fürs Auto

4 Punkt: 4Hi und 4Lo

Es gibt 3 Arten:

2HI = für normalen Straßenantrieb. Es werden nur zwei Räder angetrieben.

Als ich in Australien angekommen bin habe ich mir kurz vor der Offroadtour eine Frage gestellt!

Wann zum Teufel benutzte ich 4Lo und wann 4Hi.

Zu welchem Zeitpunkt 4Lo ?

  • Tiefem Sand, Schnee und Matsch
  • Auf Wasserüberquerungen
  • Bergauf, Bergab
  • Felsenartige Gegenden

4Hi wird hingegen auf

  • Leicht brüchigen, matschigen, sandigen Straßen
  • Nassen Straßen
  • Gravelroads

Natürlich lassen sich hier auch Unterschiede machen. In manchen Situationen hätte man dann doch lieber für den Matschigen Track 4Lo benutzt und nicht 4Hi. Hier musst du es einfach manchmal ausprobieren. Learning by Doing :P.

Auf einem normalen Highway wird der FourWheelDrive ausgestellt. Man nennt es TwoWheelDrive.

5 Punkt: Bodenfreiheit

Beim Offroading sollte eine gewisse Bodenfreiheit gewährleistet sein. Ein ungelifteter 4WD ist für mich wie ein normales Straßenauto. Die Preise für ein Liftkit starten bei 900 Dollar. Dem preis ist nach oben keine Grenzen gesetzt. Das Liftkit von Ironman kostet einiges aber hat auch einen gewissen Flair. So sieht es geliftet aus. Man muss bedenken. Dieser 4WD ist super überladen und hat trotzdem noch genügend Bodenfreiheit.

6 Punkt: Wasserüberquerungen

Bei Wasserüberquerungen solltest du die Strecke je nach Begebenheit ablaufen. Suche dir die besten Stellen aus und fahre hindurch. Hier wird ein Snorkel empfohlen, da es ohne unmöglich ist tiefere Wasser Überquerungen durchzuführen. Sobald das Wasser dem Motor zu Nahe kommen, kannst du dir schon einmal einen neuen bestellen, da er bei einer gewissen Höhe Wasser saugt und das tut dem Motor gar nicht gut. Ein weiterer Tipp: Bei Flüssen mit Strömung, wird der Fluss mit einem Winkel durchfahren um die Angriffsfläche des Wassers so gering wie möglich zu halten.

7 Punkt: Hindernissen ausweichen wie Steinen und Baumstümpfen

Wenn du Hindernissen wie spitzen Steinen oder Baumstümpfen nicht mehr ausweichen kannst, dann fahre mit deinen Reifen drüber und komme nicht auf die Idee mittig drüber zu fahren. Das wird dir den Unterboden höchstwahrscheinlich zerfetzen und wird dich viel Geld kosten.

8 Punkt: Steile Auffahrten

Stelle deinen Fourwheeler auf 4WD um und  sperre das Zentraldifferential. Fahre stets im 2 oder 3 Gang in 4LO je nach Begebenheit. Steile Hänge oder Berge werden immer in Falllinie befahren, weil es dir ansonsten schnell passieren kann, dass du dich überschlägst. Benutze auf keinen Fall die Kupplung!

Hier wird von Joel Doing Australia gezeigt wie man eine Steile Auffahrt meistern kann. Klicke auf das Video. Die Sequenz der Auffahrt wird direkt am Anfang gezeigt.

WICHTIG!

Sollte es dann doch nicht so funktionieren wie gewollt und der Motor würgt ab, dann solltest du als erstes Ruhe bewahren und auf einen alt bekannten Trick hören. Trete die Bremse feste durch und dann leicht die Kupplung und lege den Rückwärtsgang ein. Nehme den Fuß von der Kupplung und löse danach die Bremse und starte den Motor ohne die Kupplung zu betätigen. Somit ist die Motorbremse aktiviert und das Auto rollt easy und langsam rückwärts. Schlage das Lenkrad nicht ein, weil sonst ein überschlagen des Autos sehr wahrscheinlich wird. Halte dich an diese Regel und du wirst unten heile ankommen.

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9 Punkt: Steile Abfahrten Vorwärts

Wie bei den Auffahrten benutzt du auch hier die Falllinie des Berges.

Beim Vorwärts hinunter Fahren schaltest du auf 4WD und sperrst alle Differentiale und stellst die Freilaufnarbe auf Lock. Solltest du Vorwärts hinunter fahren, dann heißt das Zauberwort Motorbremse. Dazu wird der erste Gang und 4Lo benutzt. Niemals dauerhaft Bremsen und auf keinen Fall die Kupplung treten, weil das Auto ansonsten ausbrechen könnte.

10 Punkt: Sand

Verringere den Reifendruck auf 14 bis 26 PSI und benutze im Durchschnitt den dritten Gang. Du solltest den Sand auf keinem Fall mit zu kleinem Gang und zu geringem Tempo befahren. Das A und O liegt daran nicht zu viel zu bremsen, die Kupplung nicht zu treten und das Tempo so gut wie es geht konstant zu halten. Sperre das Zentraldifferential und stelle die Freilaufnarbe auf Lock, wenn du sie haben solltest.

Hier wieder ein Video von Joel Doing Australia

Und wenn man die Wüste dann doch mal nicht befahren kann, dann wird  es halt zu Fuß gemacht.

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11 Punkt: Schlamm

In tiefen matschigen Regionen Offroad zu fahren birgt viele Gefahren. Ein wichtiger Punkt ist die Bodenfreiheit. Hast du keine Bodenfreiheit, dann bist du NICHTS. Solltest du einen komplett ungelifteten 4WD besitzen, dann kannst du natürlich Offroad fahren aber mit Sicherheit nicht die Offroad Areas mit tiefen und matschigen und steinigen Löchern. Sperre alle Differentiale außer das für die Vorderachse und stelle die Freilaufnarben auf Lock. Reduziere den Reifendruck auf 22 bis 28 PSI und begutachte die Gegend vorher zu Fuß. Es wird dir auf jeden Fall ziemlich viel Ärger ersparen. Am besten fährst du im dritten Gang mit gleichbleibender Geschwindigkeit. Mache nicht denselben Fehler wie andere und fahre mit 80 km/h hindurch :D.

12 Punkt: Sandpisten

Ja Sandpisten mit Rinnen, auch genannt Wellblech Rinnen kennt jeder. Sie nerven tierisch und sind super gefährlich. Dein Gehirn wird durchgeschüttelt und Deo Flaschen, Schuhe, Zahnbürsten, Vibratoren und andere Dinge fallen dir vom Gepäck auf den Kopf. Verringere den Reifendruck auf 12 bis 16 PSI und versuche in der Spur der Rinnen zu bleiben. Solltest du von dem Geratter im Auto durch die Rinnen gestört sein, dann kannst du natürlich auch auf  bis zu 80 KM/h beschleunigen. Dies steigert aber die Gefahr in einer Kurve gerade Aus zu fahren ohne es zu wollen :D. Bei höherer Geschwindigkeit schwimmt man auf diesen Rillen und eliminiert das Geratter im Auto. Ich persönlich bleibe in den Rillen und fahre mit mäßiger Geschwindigkeit über die Sandpiste.

13 Punkt: Strand

Sperre das Zentral-Differential und stelle die Freilaufnarben auf Lock und mache den 4WD an. Der Reifendruck beträgt 25 bis 30 PSI und du fährst im Durchschnitt im dritten Gang. Auch hier liegt es  im Sinne des Betrachters. Sollte der Sand Butter weich sein, dann stelle auf 4LO und gib ihm. Wenn der Unterboden hart sein sollte, dann schaue dir den Strand an und fahre gescheit drüber. Macht richtig Bock. Solltest du definitiv auch mal ausprobieren :=). Gib Acht fahre nicht zu nah ans Wasser heran. Wenn du hier stecken bleibst, dann ist dein Auto zu hoher Gewissheit Fucked. Stichwort Ebbe und Flut. Vor allem ist die Umweltverschmutzung durch Öl und Benzin riesig.

Video Made by Joel Doing Australia

14 Punkt: Flussüberquerungen

Flussüberquerungen oder auf Englisch River-Crossings sind eine ganz besondere Art des Offroad fahrens. Es gibt sie in Flach, in Tief mit spitzen Steinen, tiefen Löchern oder gar rutschigen Steinen. Natürlich solltest du hier in Betracht ziehen das Wasser in den Motorraum laufen könnte und das bedeutet bei deinem Auto dann Totalschaden. Dafür gibt es zwar Snorkel, die dir dabei helfen tiefe Wasser-Crossings zu meistern aber es könnte ja immer mal sein das eine Dichtung nicth so dicht ist, wie sie eigentlich sein sollte. Gehe so gut es geht das Rivercrossing zu Fuß ab und checke jede kleinste Gefahrenstelle. Auch hier schaltest du den 4WD an und sperrst das Zentraldifferential. Die Freilaufnarben stehen auf Lock und der Reifendruck beträgt 16 bis 25 PSI. Schalte in den zweiten Gang und fahre langsam durch den River.

15 Punkt: Learning By Doing

Sollte jemand von euch noch weitere Tipps haben die den Beitrag sinnvoll ergänzen, dann schreibt mir per Formular und ich füge es hinzu

Natürlich bin ich nicht der einzige Blogger gewesen. Zum einen gab es den Gnom Cara Feline: Cara’s Travel Diary und Falk mit seinem Blog: wntdownunder und zu guter Schluss Mia und ihre Reise ins Glück: I need Vita.mia.n sea

Was wird dich die nächste Zeit erwarten ?

Ab Februar werde ich weiter Reisen, dann wird es eine riesen Menge an Travel Material geben.

In den nächsten zwei Wochen werde ich meine Bucket-List hochladen. Bis dahin eine erholsame Woche.

Bei Fragen stehe ich natürlich wie immer bereit.

Cheers BaertigerBackpacker

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