BaertigerBackpacker

Seeding: Ein Traumjob für Backpacker

Servus Leute,

lang ist es her! Sorry dafür!

Heute geht es um das sogenannte Seeding in Australien. Wobei es sich dabei handelt, werde ich dir nun erläutern.

Um es für dich ganz einfach zu halten, wird beim Seeding mit Seedern Saat in den Boden gesäht, woraus Monate später bestimmte Produkte wachsen, welche später beim Harvest geerntet werden.

Wie es so losging erzähle ich dir jetzt anhand einer kleinen Zusammenfassung. Viel Spaß.

Erst einmal wurde ich mit Cersten, einem guten freund, von unserem neuen Boss angerufen, welcher uns versuchte zu erklären, wo die Farm liegt. Wir sind natürlich -wie wir sind- allwissend losgefahren und landeten nach ein paar Stunden Autofahrt an einer Schule im Outback aber leider nicht an der sogenannten 15000 Hektar großen Farm Wyunga. Natürlich riefen wir unseren Boss an und erklärten ihm erst einmal, dass wir uns verfahren hatten. Ein toller Start. Nachdem wir mit einer Stunde Verspätung angekommen sind, ging es dann auch direkt los.

Ab an die Generalüberholung der Seeder.

Nun ja wie ich so bin, habe ich mich mit Null Erfahrung, direkt an die Maschinen gewagt und 15 Seeder Reifen falsch an die Maschine montiert.

Antwort des Chefs: Fucking Hell Mate What are you doing. Letztendlich nicht schlimm. Es wurde mir von einem Mitarbeiter falsch erklärt. Ich musste die Reifen im Akkordtempo wieder wechseln und alles war gut.

Da der Farmer noch eines seiner zig Häuser für uns neu möblieren wollte, buchte er uns auf seine Kosten (ca. 140 $ pro Person pro Tag) eine Woche in einem Motel in der Nähe ein. Sogar für jeden von uns ein Einzelzimmer.

Die nächsten Wochen beschäftigte ich mich mit der Wartung der Maschinen. Hierbei wechselte ich Arme und Schläuche der Maschinen aus und setzte mich das erste Mal so richtig mit einer Flex auseinander, welche ich auf jeden Fall in den darauffolgenden Tagen lieben lernte.

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Na hast du auch so viel Ahnung wie ich 😀

Wie so ein Tag für die Aufbereitung von Seeding Maschinen aussah, zeige ich dir nun anhand von Bildern und Videos.

Wie du siehst, wechsle ich hier die Arme und Bolzen der Seeder aus. Hierbei lernt man, wie schön es doch ist, sich jeden Tag 500 mal den hirnlosen Kopf zu stoßen und mindestens doppelt so oft die Wurstfinger zu quetschen. Ja du hörst richtig. Man muss an diesen Job hirnlos ran gehen, weil man sonst definitiv nach einem Tag aufgeben würde.

Da ich auf der Farm mit sehr viel Lärm konfrontiert wurde, hatte ich mir vorher einen Gehörschutz von Alpine Hearing Protection bestellt, welcher mich super durch diesen ganzen Lärm bei der Aufbereitung der Maschinen geschützt hatte. Klick auf das Bild, um mehr von Alpine Hearing Protection zu erfahren.

Besonders beim Flexen und Schweißen hatte ich ein die ganze zeit über ein beruhigendes Gefühl, da der Lärm absorbiert wurde aber ich trotzdem die Laute der Mitarbeiter, dank der speziellen Technologie von Alpine noch hören konnte.

Nach zwei Wochen arbeiten hatte sich mein Oberarmumfang einerseits um mindestens 30 Cm vergrößert, andererseits sah ich aus wie ein Schlumpf, weil ich von der Arbeit am ganzen Körper mit blauen Flecken übersäht war, wie nach einem UFC Fight. Nachdem ich die Seedingbars mit dem vollen Einsatz meines Lebens repariert hatte, durfte ich dann endlich mit der Vorbereitung der Paddocks für das Seeding beginnen. Mein Chef warf mich Kopf über in den Traktor mit  einem connecteten Spader. Du fragst dich nun bestimmt, was das ist. Ein Spader wühlt die Erde um und bringt die qualitativ hochwertigere Erde nach oben. In dem Fall ist es aber keine Erde, sondern Sand.

Von diesem Tag an arbeitete ich immer im Nachtdienst von 11:30 PM bis 13:30 PM. Genau hier macht es natürlich besonders Spaß zu fahren. Man sieht überall nur braunen Sand und Bäume. Wie die Paddocks nach dem Spadern aussahen, siehst du hier.

Linke Seite gespadert, rechte Seite nicht.

Auf dem unteren Bild kannst du es nochmal komplett gespadert betrachten. Es handelt sich hier nicht um herabfallenden Regen, welchen man in Deutschland so gut wie jeden Tag begegnet, sondern um Staub, der den Regen ersetzt hatte.

Ich dachte mir natürlich am Anfang, dass ich den entspanntesten Job überhaupt hätte. Leider habe ich mich hier total geschnitten! Die Paddocks waren einige Jahre zuvor noch mit Bäumen zu geklatscht, deshalb konnte es auch mal sein, dass sich eine gigantische hartnäckige Wurzel unter dem Spader verirrte, welche ich dann mit Hammer und Meißel raus klopfen durfte. Wunderschön, nicht wahr? Auf dem unteren Bild siehst du, wie so ein liebevoller Baumstumpf aussieht.

Nachdem alles gespadert wurde, habe ich mit dem Roller den Sand platt gedrückt.

Du möchtest mit Sicherheit nun wissen, was aus den Seeding Maschinen geworden ist, welche ich repariert hatte. Diese pesen nun mit sagen umworbenen 6 Km/h über die 15000 Hektar. Leider kommt es hier jeden Tag zu Komplikationen. Entweder fahren Operator gegen Bäume, LKWs oder haben einen Achsenbruch nach dem anderen, welcher natürlich direkt auf dem Paddock repariert werden muss.

Natürlich gibt es auch hier Komplikationen mit Wurzeln. Wenn man es nicht wüsste, dann würde man denken, dass es ein Meteorit sei.

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Nachdem die Saat gesäht wurde, kamen die Sprayer zum Einsatz, welche aussehen, als ob sie aus Transformers entflohen waren.

Es gibt auch Tage, an denen die Traktoren geschiftet werden müssen und das sieht dann so aus.

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So läuft momentan Seeding ab. 4 weitere Wochen verbleiben noch und dann geht es schon weitermit Stonepicking auf dieser Farm.

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Einen weiteren Punkt gibt es noch zu erzählen.

Diese Geschichte ruht auf wahrer Begebenheit. Für große Tierliebhaber ist dieser Text ab hier vorbei.

Nach geschlagenen 14 Stunden Arbeit ist man dann auch froh in das eigene Farm Auto zu steigen und nachhause zu fahren und Todmüde ins Bett zu fallen. Leider kommt es auf dem Weg Nachhause, welcher über eine Gravel Road führt, oft zu kleinen Problemen.

Das ein oder andere spazierende suizidgefährdete Kängaru, welches deine Bull bar höchstwahrscheinlich als Nahrung sieht oder Kaninchen! Oh ja diese kleinen knuffeligen Tierchen. Wieso betone ich diese niedlichen Tiere so sehr. Ich habe noch nie in meinem ganzen Leben so viele Kaninchen -welche über die Straße in den Tod hoppelten- gesehen. An meinem ersten Tag hoppelten die geisteskranken sogar zu dritt als Familie in den Tod. Gottseidank war ich meistens von der Sonne so stark geblendet, das ich nicht viel mitbekam, außer der kleine Stoß an der Bull bar oder das Knacken unter dem Reifen.

Jedes einzelne begrub ich am Straßenrand. Mittlerweile dürften auf der Waddi Road 200 Kaninchengräber zu besichtigen sein. Traurig aber wahr.

Kakadus sind wunderschöne, farbenfrohe und laute Tiere, welche leider immer in Maßen auf der Straße hinter einer Kurve sitzen und in totaler verzweifeltheit in ihren Tod fliegen. Die letzten fünf, die ich in einem Zug erwischte landeten entweder im Kühlergrill oder auf der Ladefläche meines Autos.

Leider konnte ich die letztens Monate nicht so viel posten, da ich sehr viel arbeite. Entschuldigt bitte dafür. Mein nächster Beitrag wird höchstwahrscheinlich über Surfen gehen, was ich wirklich als Sportart liebengelernt habe. 😀

Wieso ist es eigentlich einer der Traumjobs für Backpacker? So gut wie jeder Backpacker möchte doch so viele Stunden in kurzer Zeit machen, wie es nur geht und wenn man dann nach 8 Wochen etwa knapp 20000 Dollar besitzt, ist es zum Reisen doch perfekt oder etwa nicht ?

Immerhin gibt es viele andere Jobs, wie Fruitpicking, wo man mit Mindestlohn bezahlt wird, und sich den ganzen Körper verbrennt. Im Seeding wird durchschnittlich sehr oft 30 Dollar oder mehr pro Stunde bezahlt.

Bei Fragen stehe ich natürlich wie immer bereit.

Cheers BaertigerBackpacker

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